Mehrfamilienhaus Burgunderstrasse

Bern

Architektengemeinschaft mit werkgruppe AGW Bern

Situation

Der 80 Meter lange Baukörper des Laubenhauses bildet gegen Nordosten das Rückgrat der Siedlung Burgunder. Die Konzentration der Nutzung in einem Volumen ergibt trotz beträchtlicher Dichte grosszügig zusammenhängende Aussenräume. Dabei dient der Siedlungsweg als -  auch stadträumlich - logische Fortsetzung der Fusswegverbindung vom Zentrum Bümpliz zur katholischen Kirche und neu zum Bahnhof Bümpliz Süd. Auf diese Weise integriert sich die Siedlung Burgunder selbstverständlich in die gegebene Quartierstruktur.

Bauvolumen - Typologie 

Die baurechtlich mögliche Gebäudetiefe von 17m ermöglicht ein kompaktes und effizientes Bauvolumen mit grossen inneren Freiheiten. Eine Rue Interieure erschliesst sämtliche Obergeschosse. Diese Typologie ermöglicht eine grosszügige räumliche Auslegung des einzigen Treppenhauses im Gebäudekopf. Hier angrenzend sind 10 Geschosswohnungen angeordnet. Vom inneren Erschliessungskorridor aus erschlossen sind je acht 3-Zimmerwohnungen im 1.OG, acht 4-Zimmer-Attika-Duplexwohnungen und fünf 2-Zimmerwohnungen. Acht Wohnungen im Erdgeschoss sind wie bei einem Reihenhaus via Vorgarten direkt von aussen zugänglich.

Flexibilität

Das Gebäude ist durch Schotten im Abstand von 6.3 m unterteilt. In der Mitte jedes Segments liegt eine Treppe oder eine auch nachträglich ausbaubare Treppenöffnung, mit denen die Wohnungen vertikal zusammengeschlossen werden können. Auf diese Weise wurden in Absprache mit den NutzerInnen sechs UG - Ateliers intern mit den Gartenwohnungen im EG verbunden, so dass eine familientaugliche Nutzungseinheit entstand.

Passivstandard

Dank der optimalen Gebäudeform und -ausrichtung wird der Passivstandard ohne grossen Zusatzaufwand erreicht. Die Südwestfassade ist vollständig verglast und wird im durch die schmale, durchgehende Laubenzone beschattet. In der Rue Interieure erfolgt die sommerliche Nachtauskühlung der massiven Betonkonstruktion via Oblichtfenster. 80 m2 solarthermische Kollektoren auf dem Dach decken 50% des Warmwasser-Energiebedarfs ab.

Wohnen ohne Auto

Die Siedlung Burgunder ist öffentlich sehr gut erschlossen. Der S-Bahnhof Bümpliz Süd liegt gleich nebenan. Dank einem Vertrag mit der Stadt ist es erstmals möglich, eine Neubau-Siedlung (fast) ohne Parkplätze zu bauen. Die Siedlungsbewohnenden verpflichten sich vertraglich, kein Auto im Wohnumfeld zu benützen bzw. im Umkreis von 300m um die Siedlung abzustellen. Besucherplätze sind vorhanden und stehen in Härtefällen auch Siedlungsbewohnenden offen. Auch für Mobility sind Plätze reserviert.

Miete nach Mass

Wie bei andern wok-Projekten können die MieterInnen auch im Laubenhaus Burgunder den Innenausbau betreffend Oberflächen, Küche und Zimmereinteilung mitbestimmen. Sie sind in einem Hausverein organisiert, der sich um Hausordnung und kleine Hauswartschaft kümmert und ein Vorschlagsrecht für spätere Nachmieter besitzt. Es werden 5-jährige Mietverträge abgeschlossen.

Auftraggeber

WOK Burgunder AG, Bern

Technische Details

Planung: 2008–2009 Gebäudevolumen SIA 416: 18’257 Kubikmeter  Anlagekosten BKP 1-5: CHF 11'400'000 Gebäudekosten BKP 2 /m3 GV SIA 416: CHF 560 Gebäudekosten BKP 2 /m2 GF SIA 416: CHF 1688 BKP 1-5/m2 GF: CHF 1896  BKP 1-5/m2 HNF: CHF 2680 Miete Jahr/à m2 HNF: CHF 205  Energiebezugsfläche EBF: 5500 Quadratmeter Gebäudehüllzahl: 0.92

Realisierung

2009–2011

Weitere Informationen

Minergie P