Ausgewählte Bauten

Wohnüberbauung Bethlehemacker, Bern
1943-47
Bild Wohnüberbauung Bethlehemacker, Bern


Verwaltungsgebäude der Oberzolldirektion
in Zusammenarbeit mit W. Stücheli
1953
Bild Verwaltungsgebäude der Oberzolldirektion, Bern


Wohnüberbauung Tscharnergut, Bern
in Zusammenarbeit mit E. Helfer, Lienhard+Strasser
1958-61
Bild Wohnüberbauung Tscharnergut, Bern


Institut für Exakte Wissenschaften, Universität Bern
1956-61
Bild Institut für Exakte Wissenschaften, Universität Bern


Schanzenpost und Parkterrasse Grosse Schanze Bern
in Zusammenarbeit mit F. Meister, Wander+Leimer, W. Jaussi
1958-68
Schanzenpost und Parkterrasse Grosse Schanze Bern


Wohnüberbauung Schwabgut, Bern
in Zusammenarbeit mit Thormann+ Nussli, E. Helfer, Wander+Leimer
1965-67
Wohnüberbauung Schwabgut, Bern


Wohnüberbauung Gäbelbach, Bern
in Zusammenarbeit mit E. Helfer>
1966-70
Wohnüberbauung Gäbelbach, Bern


Wohnüberbauung Fellergut, Bern
in Zusammenarbeit mit H. Fischli
1971-74
Wohnüberbauung Fellergut, Bern


Architekturbüro
Hans und Gret Reinhard 1942–1976

Hans Reinhard (1915-2003) und Gret Reinhard-Müller (1917-2002) gründeten nach dem Studium 1942 ihr gemeinsames Architekturbüro. Bereits 1945 als Mitglieder im BSA aufgenommen, erreichten sie mit ihren Werken der 50er- und 60er- Jahre Resultate von höchster architektonischer Qualität, von der städtebaulichen Ebene bis zur sorgfältigen Detailbearbeitung. Grosse Siedlungen, zum Teil in Architektengemeinschaften realisiert, sind belebtes Zeugnis ihres Wirkens und beeinflussten das Bild von Berns Westen wesentlich. Ihr unermüdliches Engagement, weit über die Kernaufgaben des Architekten hinaus, galt allen Bereichen des Wohnens. Zahlreiche charakteristische Projekte und Bauten zeugen von Ihrem vielfältigen Schaffen in einem breiten Tätigkeitsfeld der schweizerischen Architekturlandschaft.

Gret Reinhard-Müller, 28.7.1917–7.3.2002

gret reinhardGret Reinhard verstarb am 7. März 2002. Sie schloss ihr Architektur-Studium 1940 an der ETH Zürich bei Professor Salvisberg ab. Seit der Bürogründung hat sie zahlreiche und wichtige Projekte begleitet, die auch heute noch ihr hohes Ansehen prägen.Sie verstand sich als Teammitglied und betonte immer die Wichtigkeit der gemeinsamen Arbeit mit ihrem Mann oder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Während Hans Reinhard sich neben der Büroführung um die Aussenkontakte kümmerte, betreute Gret Reinhard vorwiegend die Fassadengestaltungen und den Innenausbau sowie die Materialfragen und die Farbgebung. In diesen Bereichen entwickelte sie ein sicheres Gefühl für funktionale, schlichte und gestalterisch schöne Lösungen. So hat ihre praktisch denkende Art mancher der engen Wohnungen, die in der Zeit der Massenproduktion entstanden, dank guten funktionalen Bezügen eine hohe Brauchbarkeit und dank der transparenten und freundlichen Detail- und Farbgestaltung ein grosszügiges Raumgefühl gegeben.

Gret Reinhard werden wir als starke Persönlichkeit mit grossen Verdiensten für die Architektur und für unser Büro in bester Erinnerung behalten.

Hans Reinhard, 1915–4.3.2003

hans reinhardHans Reinhard ist am 4. März 2003 87-jährig gestorben.Er wurde 1915 als Sohn des sozialdemokratischen Regierungsrates und FAMBAU- Gründers Ernst Reinhard in Bern geboren. Zwischen 1935- 1940 studierte er an der ETH Zürich Architektur. Dort lernten sich Hans Reinhard und Gret Müller kennen und lebten bis zu Gret Reinhards Tod im letzten Jahr als Ehe- und Architektenpaar.

Nach ihrem Studium gründen sie 1942 in Bern ihr Büro.Die Realisierung der Reihenhaus- Siedlung Bethlehemacker von 1944- 47 für die ihnen nahe stehende Zimmereigenossenschaft legte die Basis für Hans Reinhards Engagement im sozialen Wohnungsbau.1944 gewinnen sie mit einem für ihr Büro entscheidenden modernen Entwurf den Wettbewerb für das Verwaltungsgebäude der Oberzolldirektion, das auch heute noch als architektonisches Meisterwerk der 50er Jahre gilt. Bereits 1945 werden beide in Anerkennung ihrer Arbeit der ersten Jahren Berufspraxis in den Bund Schweizer Architekten BSA aufgenommen. Nach der Realisierung der Oberzolldirektion, verschiedenen Geschäftshäusern und Schulhäusern, von denen als herausragendes Beispiel das Steigerhubel- Schulhaus erwähnt werden soll, waren die späten 50-er und dann vor allem die 60er und 70er Jahre erfüllt von der Arbeit an den grossen Wohnsiedlungen in Bern- West. Die Überbauungen Tscharnergut, Gäbelbach, Schwabgut, Fellergut sowie Holenacker tragen alle die Ideen und Handschrift von Hans Reinhard.

Hans Reinhard war kein Star-Architekt. Er verstand sich immer als Teammitglied und betonte die Wichtigkeit der gemeinsamen Arbeit im Büro und in den Planungsgemeinschaften. Als starke und drängende Persönlichkeit war er aber auch ohne Starallüren vielfach federführend in den Gemeinschaften. Basierend auf einer ganzheitlichen Auffassung seiner Tätigkeit engagierte er sich weit über den eigentlichen Architektenauftrag hinaus. Seine Projekte beginnen weit vor dem ersten Bleistiftstrich und enden weit hinter der Schlusszahlung. Auf dieser ganzheitlichen Grundhaltung fusste auch sein gesellschaftliches Engagement. So war er 20 Jahre als SP- Stadtrat tätig und engagierte sich von 1964-85 im Vorstand der FAMBAU, davon neun Jahre von 1976-85 als deren Präsident.

Gerade in den Architektengemeinschaften widmete er sich vielfach um das Übergeordnete der vielen Einzelprojekte und Bauten. So entstanden im Büro meist die Projekte für die Gemeinschaftsanlagen, die ihm als öffentliche „Wohnzimmer“ ein grosses Anliegen wurden. Der soziale Wohnungsbau mit seinen engen Grössen- und Kostenbeschränkungen muss für ihn zwingend ergänzt werden mit halböffentlichen und öffentlichen Räumen. Damit kann ein Ausgleich zur Enge der einzelnen Wohnung geschaffen werden und das Gemeinschaftsleben gefördert werden. Nicht zuletzt diesem Angebot an Gemeinschaftszentren, Freizeitwerkstätten, Bibliotheken, Restaurants und Spielplätzen verdanken die Überbauungen in Bern West auch heute noch ihren Ruf als wohnliche Siedlungen.

Der unermüdliche Einsatz für die Wohnqualität für alle Bevölkerungsschichten rundet über seine architektonischen Leistungen hinaus das Bild von Hans Reinhard als herausragenden Architekten und Menschen ab.

Monografie H.+G. Reinhard

Das Buch, erschienen im Niggli Verlag, ist im Buchhandel erhältlich. Wir freuen uns sehr über die umfangreiche Monografie unserer Bürogründer Hans und Gret Reinhard!

Regionaljournal - Hommage an die «Architekten des neuen Bern»

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